Hinweis zu Flammschutzmittel für rohes Holz

Aisco
Holz Flammschutzmittel
Hinweis für Holz
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Holzbrandschutz intelligent gelöst: Beschichtung oder Imprägnierung?

Nicht immer muss es die dicke Brandschutzfarbe sein. Erfahren Sie, wie Sie Holzoberflächen effektiv nach DIN 4102 B1 ausrüsten, ohne die natürliche Optik zu verlieren. Ob durch dämmschichtbildende Beschichtungen wie FLORIMP H oder die tiefenwirksame Imprägnierung mit BIORETARD – wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile beider Systeme, damit Sie für Messebau, Theater oder öffentliche Gebäude die wirtschaftlichste und sicherste Wahl treffen.

Fachwissen Brandschutz: Holz & Holzwerkstoffe richtig ausrüsten

Die Ausgangslage: B2 ist Standard

Holz und genormte Holzwerkstoffe (ab einer Rohdichte von 400 kg/m³ und 2 mm Dicke bzw. 230 kg/m³ und 5 mm Dicke) werden gemäß DIN 4102 Teil 4 standardmäßig in die Baustoffklasse B2 (normalentflammbar) eingestuft.

In öffentlichen Gebäuden, auf Messen oder in Theatern wird jedoch fast immer die Klasse B1 (schwerentflammbar) gefordert. Hierfür gibt es zwei grundlegende Lösungswege:


Variante 1: Intumeszierende Brandschutzbeschichtungen (z.B. FLORIMP H)

Diese Beschichtungen bilden im Brandfall eine dämmschichtbildende Schaumschicht. Holz ab 12 mm Dicke erreicht bei einer Aufbringung von 0,45 kg/m² automatisch die Klasse B1. Zu beachten sind jedoch einige anwendungstechnische Faktoren:

  • Optik: Oft sichtbar durch einen leichten Glanz (besonders bei transparenten Massen).

  • Haptik: Neigen bei hoher Luftfeuchtigkeit zum Kleben.

  • Empfindlichkeit: Ohne Schutzlack nicht abrieb- oder wasserfest; mechanische Belastungen (z.B. Betreten) sind laut Prüfzeugnis nicht zulässig.

  • Kosten: Zeitaufwendiger und kostspieliger in der Anwendung.


Variante 2: Die effiziente Alternative – Brandschutzimprägnierung (z.B. BIORETARD oder FLORIMP K VERDE)

Wenn gut saugfähige Hölzer vorliegen, ist eine dämmschichtbildende Beschichtung oft gar nicht zwingend nötig. Durch das Einbringen wässriger Flammschutzmittel ziehen die Flammschutzsalze direkt in das Holz ein – ein Prinzip, das ähnlich wie die industrielle Kesseldruckimprägnierung funktioniert.

Ihre Vorteile bei der Imprägnierung:

  • Natürliche Optik: Keine glänzende Schicht, die künstlerische Gestaltung bleibt voll erhalten.

  • Haltbarkeit: Durch den hohen Ligningehalt des Holzes werden Wirkstoffe (Stickstoff- und Phosphorderivate) komplex gebunden (chelatisiert).

  • Bedingte Außenanwendung: Ein Herauswaschen ist nur bei extremem Regen sukzessive zu erwarten. Für kurzfristige Objekte im Außenbereich ist BIORETARD daher eine echte Alternative.

  • Flexibilität: Erlaubt Messebauern und Theaterkünstlern kreative Spielräume, die mit dicken Beschichtungen nicht möglich wären.


Wichtige Hinweise für die Praxis

Kombination mit Lacken

Sollte bei Langzeit-Events ein zusätzlicher Oberflächenschutz gewünscht sein, muss zwingend ein schwerentflammbarer Lack verwendet werden. Ein normaler, brennbarer Lack würde die Brandschutzwirkung der Imprägnierung neutralisieren und darf nicht verwendet werden!

Abnahme & Genehmigung

Viele große Messegesellschaften (z.B. Düsseldorf, Frankfurt, Köln, München) sowie zahlreiche Theater erkennen die Behandlung mit BIORETARD oder FLORIMP K VERDE an. Dennoch gilt:

  1. Rücksprache halten: Klären Sie mit dem zuständigen Aufsichtsamt oder der Branddirektion vorab, ob die Imprägnierung für Ihr spezifisches Projekt genehmigt wird.

  2. Brennproben: Führen Sie unbedingt eigene Brennproben durch, um sicherzustellen, dass das Holz genug Flammschutzmittel aufgenommen hat.


Tipp vom Experten: Saugfähige Hölzer profitieren am meisten von der Imprägnierung. Sie sparen Zeit und Kosten bei gleichzeitiger Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.


Nachfolgend ein Video auf YouTube. Die Holzwolle wurde mit Bioretard ausgerüstet.

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